Willkommen bei der protestantischen Kirchengemeinde Einöllen

Dekanat Lauterecken (Evangelische Kirche der Pfalz, Protestantische Landeskirche)

Pfarramt Einöllen, Pfarrerin Iris Schmitt
Schulstraße 10, 67753 Einöllen
Tel.: 06304-362, Fax: 06304-993346
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Protestantische Pfarrkirche Einöllen

Baujahr

1430


Beschreibung

kleiner Saalbau, 1430, Überformung 1729; Stumm-Orgel von 1812/13

 

Die Kirchengemeinde Einöllen

Seit dem Umbau 2004 das Gemeindehaus: Die ehemalige Pfarrscheune in Einöllen.

 

I. Historisches

In der kleinsten Kirchengemeinde des Dekanates gibt es nur die Kirche der Muttergemeinde. Die Einöller Kirche stammt gemäß dem noch erhaltenen frühgotischen Fenster im ehemaligen Glockenturm (jetzt Altarraum und Orgelempore) der einstigen Kapelle aus dem 12./13. Jahrhundert. In den Meisenheimer reformierten Kirchenvisitationsprotokollen beschwert sich 1558 der Pfarrer, dass die „Kirche zu Ainödt und Diesenberg“ schlecht instand gehalten sei. 1670 wird der Pfarrsitz von Tiefenbach (das heutige Oberweiler-Tiefenbach) durch den damaligen Pfarrer Kuch(ius) nach Einöllen verlegt und ein Pfarrhaus errichtet.

Pfarrer Kuch(ius) muss segensreich in der durch die Franzosenkriege verwüsteten Gemeinde gewirkt haben, denn Kuchiuskopf und Kuchiuswögelchen sind noch heute lebendige Bezeichnungen in der Gemarkung. Er wurde, wie ein Sandsteinpitaph zeigt, in der Kapelle beigesetzt. Der jüngere Sohn Franz Daniel wirkte nach dem Tode des Vaters als Pfarrer in seinem Heimatort. In seine Amtszeit fällt der „Neubau“ der Einöller Kirche. Dieser Bau wurde vermutlich in Nachbarschaftshilfe von den Bürgern des Dorfes errichtet.

Im Jahre 1729 wurde das kleine, schlichte Kirchlein seiner Bestimmung übergeben. Im Taufregister der reformierten Gemeinde heißt es: „1729 Johann Nicolaus, Sohn von Nicol Engelskircher und Maria Catharina, wurde geboren am 6. Martii und am ersten in der New erbauten Kirche zu Einöllen getauft den 14. eiusdem“.

Die bäuerliche Handarbeit ist der Kirche anzusehen. Gewaltige handgehauene Balken tragen die Emporen. Das andere verarbeitete Material kann nicht von der gleichen Qualität gewesen sein, denn bereits 40 Jahre später war der „Neubau“ wieder so baufällig, dass die Konfirmation ins Pfarrhaus verlegt werden musste. Eine Bitte um finanzielle Hilfe bei der Instandsetzung wurde vom Zweibrückischen Consistorium nach Durchsicht der Akten abgelehnt, da das Kirchspiel selbst für die Kirche aufkommen muss.

Die Kirche birgt ein kleines Orgelkunstwerk. Der ehemalige Orgelsachverständige der Landeskirche, G. Kaleschke aus Speyer, schreibt am 24.05.1982 nach eingehender Untersuchung der Orgel: „Am 10. September 1812 wurde mit Franz Stumm von Rhaunen-Sulzbach ein Vertrag über eine neue Orgel abgeschlossen zum Preis von 900 Gulden. Das Werk sollte insgesamt 10 klingende Register erhalten. Im August 1813 wurde das Werk fertig gestellt. Es erhielt im Jahre 1909 ein neues Gebläse; offenbar wurde zu diesem Zeitpunkt die Trompete entfernt. Eine sachgerechte Restaurierung des sehr wertvollen Instrumentes steht bevor. Es ist eines der wenigen Instrumente der Pfälzischen Landeskirche, das nahezu komplett im Originalzustand erhalten ist.“

Für die mit historischen Kostbarkeiten wenig ausgestattete Kirche ist die im Jahre 1975 wiedergefundene Altarbibel aus dem Jahre 1729 besonders wertvoll. In den Jahren 1994 bis 1997 wurde die Kirche innen und außen komplett renoviert und restauriert. Im Innenraum dominieren nun wieder die ursprünglich hellen Farben.

Eine Arbeit des Hohenöller Künstlers Gottfried Bräunling ist an der einen Seitenwand des Kircheninnenraumes zu sehen (Szene aus der Passionsgeschichte, Markusevangelium, Kapitel 15, Vers 24: „Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los, wer was bekommen sollte.“ – Übersetzung nach Martin Luther, Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984). Dieses Kunstwerk wurde der protestantischen Kirchengemeinde vom Künstler geschenkt.

Verfasser: Pfr. i.R. Hans Dieter Hagemann, Otterberg (in: Die Kirchen im Dekanat Lauterecken, Sonderdruck aus „Der Turmhahn“, Blätter vom künstlerischen Schaffen und Bauen in der Pfälzischen Landeskirche, Heft 3/4, Speyer 1982)

Ergänzungen und Überarbeitung: Pfrin. Iris Schmitt, Einöllen (Dezember 2011)

 

II. Aktuelles

Die protestantische Kirchengemeinde Einöllen mit den Filialorten Ausbacherhof, Hohenöllen und Relsberg hat eine Gemeindegliederzahl von knapp 750 Seelen.

In Einöllen findet an jedem Wochenende ein Gemeindegottesdienst statt, in Hohenöllen und Relsberg im 14-tägigen Wechsel. Pro Vierteljahr ist der Gottesdiensttermin auf 14.00 Uhr terminiert. Nach diesem Gottesdienst veranstaltet die Kirchengemeinde ein Kirchencafé. Zu den kirchlichen Fest- und Feiertagen finden Gottesdienste statt, die von Gemeindegruppen und Gemeindegliedern mitgestaltet werden. Besondere Gottesdienste, z.B. die Gottesdienste im Grünen zu Himmelfahrt in Hohenöllen (Sulzbachtalhütte) und Einöllen (1. Mai, Feuerwehr) oder das Hausgebet im Advent auf dem Ausbacherhof bei der Fam. Kirchmer, werden ebenfalls angeboten.

Vierteljährlich erscheint der Gemeindebrief der protestantischen Kirchengemeinde, der über alle Termine und Veranstaltungen informiert.

In der Kirchengemeinde beheimatet ist auch der Krankenpflegeverein Einöllen / Hohenöllen / Relsberg e.V., der durch seine Mitglieder die diakonische Arbeit der Ökumenischen Sozialstation Lauterecken-Wolfstein mitträgt.

Die protestantische Kirchengemeinde bemüht sich auch, soweit es ihre personellen und materiellen Möglichkeiten zulassen, sich in den drei Ortsgemeinden Einöllen, Hohenöllen und Relsberg zu engagieren. Es gibt regelmäßige Berührungspunkte und gemeinsame Veranstaltungen in den Dörfern (z.B. gemeinsam veranstaltete Seniorenfeiern im Advent, Gottesdienste an anderen Orten, gemeinsame Veranstaltungen am Volkstrauertag).

Verfasserin: Pfrin. Iris Schmitt, Einöllen (Mai 2014)

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